Verantwortlich gegenüber sich und anderen zu leben und Gesellschaft mitzugestalten,
bedeutet klare Orientierungspunkte für das eigene und das Handeln der eigenen Gruppe zu haben. Das Gesetz der Pfadfinderinnen und Pfadfinder beschreibt Regeln, an die sich alle Mitglieder des Verbandes aus eigener Überzeugung halten:

 

Als Pfadfinderin …
Als Pfadfinder …

 

… begegne ich allen Menschen mit Respekt und habe alle Pfadfinder und Pfadfinderinnen als Geschwister.

 

… entwickle ich eine eigene Meinung und stehe für diese ein.

 

… gehe ich zuversichtlich und mit wachen Augen durch die Welt.

 

… sage ich, was ich denke, und tue, was ich sage.

 

… bin ich höflich und helfe da, wo es notwendig ist.

 

… lebe ich einfach und umweltbewusst.

 

… mache ich nichts halb und gebe auch in Schwierigkeiten nicht auf.

 

… stehe ich zu meiner Herkunft und zu meinem Glauben.

 

Lord Baden-PowellSir Robert Stephenson Smyth Baden-Powell, 1. Baron Baden-Powell of Gilwell (* 22. Februar 1857 in London; † 8. Januar 1941 in Nyeri, Kenia) war der Gründer der Pfadfinderbewegung.

 

Für seine Armeezeit und seine Verdienste danach wurden ihm neben der Ernennung zum Baron 1929 zahlreiche britische und internationale Ehrungen und Auszeichnungen verliehen, darunter der Order of Merit (OM), Order of St Michael and St George (GCMG), Royal Victorian Order (GCVO) und Order of the Bath (KCB).

 

Robert Stephenson Smyth wurde als siebenter von acht Söhnen unter insgesamt zehn Kindern geboren. Er wurde von seiner Mutter aufgezogen, da sein Vater, ein Professor der Geometrie, starb, als er drei Jahre alt war. Sein außergewöhnlicher Vorname setzt sich aus Namensteilen seiner Vorfahren Robert Stephenson, einem Eisenbahnpionier, und John Smyth, einem Kapitän, der in Diensten Elisabeth I. von England stand, zusammen. Rufname wurde später Bi-Pi (sein Rufname bei den Pfadfindern, auch: B.P.). Der Großvater weckte im jungen Robert die Abenteuerlust und die Freude an der Natur. So suchte er zusammen mit ihm oftmals den Hyde Park auf, von dem er äußerst genaue Karten zeichnete. Als sein Großvater starb, unternahm Baden-Powell zahlreiche Streifzüge durch die Armenviertel der Stadt und lernte so das Leid und das Elend dieser Menschen kennen. Schon damals kam er zu der Überzeugung, etwas daran ändern zu müssen. Während seiner Schulzeit nutzte Baden-Powell jede freie Minute, um Spuren der Tiere zu suchen und den Wald kennenzulernen. In den Ferien ging er oft mit seinen Freunden zum Campieren. Nach der Schule sollte er an die Universität gehen, bestand aber die Aufnahmeprüfung an der Universität Oxford nicht und meldete sich daraufhin bei der Militärakademie Sandhurst. Die Aufnahmeprüfung bestand er bei der Kavallerie als Zweit- und bei der Infanterie als Viertbester.

 

Lord Baden-PowelAm 7. Mai 1910 ging Baden-Powell offiziell in Pension. Erst 1907 fand er genug Zeit, seine langgehegte Idee einer Jugendpfadfindertruppe umzusetzen und veranstaltete vom 25. Juli bis 9. August 1907 mit 22 Jungen aller sozialen Schichten auf Brownsea Island (Großbritannien) das erste Jugendzeltlager. Er teilte die Jugendlichen in sogenannte Patrouillen ein. Er schrieb die Pfadfindergesetze.
1908 erschien sein Buch „Scouting for Boys“, das als eines der bedeutendsten pädagogischen Werke des 20. Jahrhunderts gilt. Hier formulierte er erstmals den Lehrgrundsatz Learning by doing (Lernen durch Tun).
1909 übernahm König Eduard VII. das Patronat über die Pfadfinder, in Chile wurde die erste Pfadfindergruppe außerhalb Englands gegründet, und es gab die ersten Pfadfinderinnen.
Am 30. Oktober 1912 heiratete er Olave, die er auf einer Weltreise kennenlernte. Es folgte ein weiterer Ausbau der Pfadfinderbewegung.
Ab 1918 wird der Familiensitz Pax Hill bei Bentley (England) zur Koordinationsstelle für die wachsende Pfadfinderbewegung. Erst später wurde eine zentrale Koordinationstelle geschaffen, das heutige World Scout Bureau.
1920 fand das erste Jamboree (Weltpfadfindertreffen) in London statt, 8.000 Pfadfinder aus 34 Nationen nahmen teil.
beim Jamboree 1929 waren es schon 50.000 Pfadfinder aus 72 Ländern (41 Nationen und 31 Teile des Empire).

 

Am 8. Januar 1941 starb Baden-Powell im Alter von fast 84 Jahren in Nyeri/Kenia. In seinem letzten Brief hinterließ er der Pfadfinderbewegung ihre bis heute wichtigsten Sätze:

 

„Versucht, die Welt ein bisschen besser zurückzulassen, als Ihr sie vorgefunden habt.“

 

„Der wahre Weg, um Glücklichkeit zu erlangen, besteht darin, andere Menschen glücklich zu machen.“

 

 

 

Weitere Zitate:

 

  • "Ein Lächeln ist ein geheimer Schlüssel, der viele Herzen aufschließt."
  • "Schaut auf die helle Seite der Dinge anstatt auf die dunkle."
  • "Ich meine, wir Pfadfinder sollten zu den christlichen Tugenden eine weitere hinzufügen: die Heiterkeit."
  • "Stillstand ist nutzlos. Es gibt eines oder das andere, entweder Fortschritt oder Nachlassen."
  • "Hat man den Willen zu etwas, gelingt es auch, gleich, was einem im Wege steht."
  • "Wenn du deinen Weg durchs Leben machst wirst du Freude daran haben, neue Herausforderungen anzunehmen."
  • Ein Pfadfinder ist aktiv darin, Gutes zu tun, nicht passiv, gut zu sein."
  • "Leben ohne Würdigung der Schönheit ist wie ein trüber Tag ohne Sonne."
  • "Ich persönlich habe festgestellt, dass das beste Gegenmittel gegen Zorn darin besteht, anzufangen zu pfeifen."
  • "Der Mensch, der keine Pläne macht, macht im Leben keine Fortschritte."